„Die Bürgerliste feiert 30. Geburtstag!“

„Die Bürgerliste feiert 30. Geburtstag!“
Ebreichsdorf

Im November 1989 sorgte die Verunreinigung von 60 Hausbrunnen durch die so genannte „Mitterndorfer-Senke“ für Proteste von Bürgern. „Damals haben sich 30 Bürger zusammengefunden und eine Wasserleitung gefordert“, erinnert sich Gründungsmitglied Mag. Josef Pilz an den Beginn seiner Bewegung. „Der damalige Bürgermeister Valenta von der SPÖ wollte uns aber nicht erhören und daher haben wir als Protest bei den Gemeinderatswahlen kandidiert“, so Pilz. Auf Anhieb schaffte die Bürgerliste fünf Mandate und es kam zu einer Koalition mit der SPÖ. Pilz übernahm die Funktion des Vizebürgermeisters und kümmerte sich um die Errichtung einer Wasserleitung in Ebreichsdorf. 

„Ich bin damals von Haus zu Haus gegangen und habe versucht, die Bürger davon zu überzeugen, sich an die öffentliche Wasserleitung anzuschließen. Am Anfang war das nicht einfach, teilweise wurden wir nicht rein gelassen. Aber schließlich wendete sich das Blatt und der Großteil der Bewohner war froh über die Möglichkeit, sich an die Wasserleitung anzuschließen“, so Pilz. Der damalige Vize-Ortschef wurde dadurch bei der Bevölkerung bekannt und bei der Gemeinderatswahl 1995 erreichte die parteiunabhängige Liste bereits 9 Mandate. „Es war dann einem Zufall zu verdanken, dass es mit einer Stimme Mehrheit mit der ÖVP, der FPÖ und der Liste UWS zu einer Zusammenarbeit kam und ich Bürgermeister wurde“, erinnert sich Pilz. 

In den folgenden 15 Jahren wurde Ebreichsdorf unter Bürgermeister Pilz wesentlich weiterentwickelt. Straßen wurden saniert, ein Kanalnetz errichtet, über 500 Wohnungen geschaffen, Schulen und Kindergärten gebaut und modernisiert und auch die Einsatzorganisationen auf den modernsten Stand gebracht. „Wir haben Ebreichsdorf von einem unbekannten Straßendorf zu einem anerkannten regionalen Zentrum und heute zu einer beliebten Wohngemeinde gemacht“, so Pilz.

2010 wiederholten sich dann die Vorgänge von 1995, nur diesmal gegen Pilz. Mit den Stimmen der FPÖ, der Grünen und der Liste Ilse gelang es dem jetzigen Bürgermeister Wolfgang Kocevar (SPÖ) eine Koalition gegen die Bürgerliste zu bilden, wieder mit einer Stimme Unterschied. Das bedeutete für die Bürgerliste den Gang in die Opposition, eine Rolle, welcher die Bewegung bis heute nicht wirklich gerecht wird. „Wir konnten uns bis heute nicht an die Rolle der Opposition gewöhnen, da wir keine Oppositionellen sind. Wir sind aktiv, konstruktiv und rein politische Opposition zu betreiben, das haben wir versucht, es ist aber gescheitert“, so Pilz, der es erklärt: „Es ist einfach nicht unser Stil“.

Die Zukunft der Bürgerliste, die derzeit 9 der 33 Mandate hält, sieht Pilz aber durchaus positiv. „Ich verspüre durch viel persönliches Engagement von uns einen Aufwind“, so Pilz. „Ich glaube, wir müssen unsere persönlichen Vorteile verstärkt ausspielen. Dass wir da sind für unsere Bürger und dass wir uns ihrer Probleme annehmen. Wir sind nur rein lokal tätig und streben keine politische Karriere an, wir sind nur für unsere Gemeinde da, das fehlt mir beim jetzigen Bürgermeister. Wir haben nicht das Zeitproblem, das er hat, das bringt mittlerweile schon einigen Unmut, das trau ich mich auch zu sagen“, so Pilz in Richtung Kocevar. „Man kann eine Gemeinde als bürgernaher Bürgermeister führen oder man kann eine Gemeinde als Manager führen, aber Manager waren wir nie!“ 

„Ich werde nicht mehr Spitzenkandidat, aber ich werde bei der Wahl wieder antreten. Ob ich dann die ganze Legislaturperiode im Gemeinderat bleibe oder nicht, wird sich zeigen“, so Pilz über seine persönliche Zukunft in der Politik. Dass die Bürgerliste noch viele weitere Jubiläen feiern wird, davon ist Pilz überzeugt! Gefeiert wird das Jubiläum beim „Spielwiesenfest“ am 7. September 2019 bei der Spielwiese (Piestingauzufahrt) in Ebreichsdorf. 

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