Gemeinde Trumau verhängt Bausperre

Gemeinde Trumau verhängt Bausperre
Trumau

Bei der Sitzung wurde mit Stimmenmehrheit, die FPÖ enthielt sich ihrer Stimmen, eine ungewöhnliche Maßnahme beschlossen. Für drei Straßenzüge hat der Gemeinderat eine Bausperre verhängt. Konkret geht es darum, dass in einem Fall der Siedlungscharakter erhalten bleiben soll und im anderen Fall zumindest die Parkmöglichkeit bei zukünftigen Projekten mehr Berücksichtigung finden muss. Geplante Projekte für die Zukunft müssen in die örtliche Raumordnung und ins Ortsbild besser eingebunden werden. Diese will der Gemeinderat neu ausarbeiten.

Die am vergangenen Mittwoch verhängte Bausperre betrifft Gebiete rund um die Schneeweißstraße, einen Teil der Moosbrunnerstraße auf Höhe des Mandelteiches, die linke Seite der Dr. Figlstraße Richtung Oberwaltersdorf und die Bachgasse. Klubvorsitzender Gemeinderat Markus Artmann zum Grund der Forderung der SPÖ-Fraktion für die Einberufung der Sitzung: „Das örtliche Raumordnungsprogramm sieht im Moment vor, dass pro Wohneinheit nur ein Parkplatz geschaffen werden muss. In der Realität sieht es aber mittlerweile so aus, dass es in fast jeder Familie zwei Autos gibt. Großprojekte entlang der Figlstraße bergen die Gefahr eines riesigen Verkehrs- und Parkplatzchaos. Wo würden die Autos der Inhaber parken? Wo die BesucherInnen? Ähnliches gilt für die Grundstücke im Bereich der Schneeweißstraße. Dort wollen wir den Siedlungs- und somit den Einfamilien- und Reihenhauscharakter erhalten. Ein Wachstum der Gemeinde um jeden Preis, auf dem Rücken der BürgerInnen, darf nicht passieren. Hier ist ein vernünftiges Augenmaß erforderlich.“

Keine Monsterwohnprojekte 

Bürgermeister Andreas Kollross zur Bausperre: „Damit wir handlungsfähig bleiben und nicht von etwaigen Projekten überrascht werden, die wir nicht mehr beeinflussen können, haben wir uns für die vorübergehenden Bausperren, im Zuge der Neuausarbeitung der örtlichen Raumordnung, entschieden. Auch wenn die Grundstückspreise immer teurer werden und damit eine Verdichtung des Wohnraumes einhergeht, geht es vor allem darum, die AnrainerInnen zu schützen. Sie haben ein Recht darauf, weiterhin in einer ähnlichen Siedlung zu leben, wie sie diese vorgefunden haben. Einfamilienhäuser, ein zweites Wohnhaus auf einem Grundstück, eine Aufstockung; das werden wir natürlich auch trotz der Bausperre genehmigen und möglich machen. ‚Monsterwohnprojekten’ in Siedlungsgebieten schieben wir mit dieser Maßnahme aber einen Riegel vor. Zu diesen sage ich ‚Nein, danke!’.“

Neue Raumordnung wird ausgearbeitet

In den nächsten Wochen und Monaten soll in Trumau für das gesamte Gemeindegebiet die bestehende Raumordnung überarbeitet und optimiert werden. Kollross: „Sie soll an die neuen Erfordernisse unserer Ortsentwicklung angepasst werden. Oberstes Gebot ist für uns, dass wir dabei die Parkmöglichkeiten besser berücksichtigen. Ebenso werden wir verhindern, dass auf engstem Raum inmitten von Einfamilienhäusern eine Vielzahl an Wohnungen geschaffen werden darf. Nicht nur in den oben genannten Bereichen, sondern im gesamten Gemeindegebiet wollen wir uns daran bei der Neuausarbeitung orientieren.“

Foto: Bürgermeister Andreas Kollross und SP-Klubvorsitzender Europagemeinderat Markus Artmann präsentieren die betroffenen Flächen.

 

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