Glasskulptur statt Geldbeträge oder Gutscheine für Jubilare

Glasskulptur statt Geldbeträge oder Gutscheine für Jubilare
Baden

„Eine Tatsache, die kaum zu glauben ist: Auf der Tagesordnung der kommenden Stadtratssitzung (10. Mai) steht die Streichung der Jubiläumsgelder für unsere Badener Senioren.  Ausgerechnet jene Politiker, die sich drei Stadträte und drei Ausschussvorsitzende mehr genehmigt haben und damit Mehrkosten von 123.000 Euro pro Jahr produzieren, wollen nun aus  Einsparungsgründen die Jubiläumsgelder für unsere Badener Senioren streichen“, ist Seniorenreferent GR Dieter Klema (Bürgerliste „wir badener“) entsetzt.

Und Tatsächlich wurde in der Stadtratssitzung am Dienstag dieser Beschluss gefasst. „Das schreit zum Himmel und darf einfach nicht sein“, so der Bürgerlistenmandatar erbost, der berichtet: „Derzeit erhalten 80- und 85-Jährige Einkaufsmünzen im Wert von 30 Euro, 90- und 95-Jährige im Wert von 40 Euro und Jubilare ab 100 Lebensjahren im Wert von 50 Euro.(*) Und diese Einkaufsmünzen können ausschließlich in Badener Geschäften eingelöst werden, was bedeutet, dass das Geld auch in Baden bleibt. 2015 waren das immerhin 19.000 Euro!“

„Geht es nach ÖVP und Grünen, sollen diese Altersehrungsgeschenkmünzen nun durch einen „Staubfänger“ ersetzt werden, nämlich durch einen Glasquader mit Badener Motiv, der noch dazu im Ausland produziert wird, also durch etwas völlig Unnützes, von dem kein Jubilar abbeißen kann. Solche Schnapsideen können nur Politikern einfallen, die keine Ahnung haben, was z.B. 30 Euro für eine Mindestpensionistin oder einen Mindestpensionisten bedeuten, also für betagte Menschen, die gerade einmal ein paar hundert Euro im Monat zum Leben haben“, Klema betroffen.

Vizebürgermeisterin Dr. Helga Krismer (Die Grünen) weißt die Kritik zurück und spricht davon, künftig vor allem die Leistungen der Jugend auszuzeichnen.

„Bei Hochzeiten und Altersehrungen überreichte die Stadtgemeinde Bargeld bisher. Dies wurde in den letzten Jahren als „unpersönlich“ zunehmend kritisiert. Die Menschen erwarten sich eine Baden bezogene Aufmerksamkeit“, so die Grüne Vize-Bürgermeisterin zu den neuen Geschenken. Angedacht ist eine Glasskulptur der Pestsäule, die nicht käuflich zu erwerben ist und daher etwas Besonderes darstellen soll. Die Grünen verstehen die Aufregung der „wir badener“ daher nicht, wenn man „den Wünschen der BürgerInnen“, so Krismer, nachkommt.

„Den Grünen wäre es ohnehin viel wichtiger, wenn Leistung honoriert werden würde. Junge Menschen können nicht nachvollziehen, was am älter werden oder Hochzeitsjubiläum eine Leistung ist. Mir wäre es wichtig, wenn wir MaturantInnen, StudentInnen und Lehrlinge auszeichnen würden. Ich hoffe, dass sie da noch eine Lösung gibt“, so die Vize-Bürgermeisterin.

Foto: z.V.g. Gemeinderat Dieter Klema (Bürgerliste „wir badener“)

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