Großer Schlag gegen die Suchtmittelkriminalität

Großer Schlag gegen die Suchtmittelkriminalität
Bezirk Wr. Neustadt

Bereits seit dem Jahre 2012 führte das Landeskriminalamt NÖ, Ermittlungsbereich Suchtmittelkriminalität, gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt, mit den Landeskriminalämtern Wien und Burgenland, dem Stadtpolizeikommando Wiener Neustadt und mit der Kriminaldienstgruppe der Polizeiinspektion Sollenau Ermittlungen  gegen eine international tätige kurdische Tätergruppe, die Heroin und Kokain in großen Mengen von der Osttürkei (Heroin) bzw. Holland (Kokain) nach Österreich schmuggelte bzw. schmuggeln ließ.  Aus verschiedensten Ermittlungsverfahren ergab sich der Verdacht, dass durch Mitglieder einer türkischen Familie Suchtmittel – insbesondere Heroin – in großem Stil von der Türkei über Italien nach Österreich bzw. auch in andere europäische Länder geschmuggelt und weiterverkauft wurden.

Der Verkauf des Suchtmittels in den Zielländern wurde offensichtlich über clanartige Familienstrukturen abgewickelt, die Weitergabe bzw. der Verkauf an Sub- und Enddealer erfolgte fast ausschließlich durch Familienmitglieder bzw. nähere Verwandte. Fast alle in Österreich bis dato festgestellten Familienmitglieder sind wegen Delikten nach dem Suchtmittelgesetz vorbestraft.

Nach umfangreichen und akribischen Ermittlungen konnten Bedienstete des Landeskriminalamts NÖ, Ermittlungsbereich Suchtmittelkriminalität,  nun insgesamt 14 Beschuldigte aus dem Raume Wiener Neustadt ausforschen:

11 Personen befinden sich in Haft, gegen 2 Personen bestehen europäische Haftbefehle, 1 Person wurde angezeigt. Im Zuge dieser Amtshandlung wurden außerdem 80 Personen als Abnehmer zum Sachverhalt vernommen und zum Großteil an die zuständigen Staatsanwaltschaften angezeigt.

Aufgrund umfassender Geständnisse kann davon ausgegangen werden, dass der Familienclan über einen Zeitraum von ca. 10 Jahren jährlich mindestens 18 Kilogramm Heroin/Kokain durch ihre Läufer an die Abnehmer verkaufte. Sie versorgten in den letzten Jahren den Großteil der Heroinkonsumenten im Raume Wiener Neustadt. Als Umschlagplatz diente ein Gemüsegeschäft in Wiener Neustadt.

Das Heroin war von mittlerer Straßenqualität, das Kokain von hoher Qualität.

Ferner konnten auch zahlreiche Western Union Überweisungen durch die Abnehmer in die Türkei im 6-stelligen Eurobereich festgestellt werden. Es wurden zahlreiche Personen wegen Geldwäsche zur Anzeige gebracht, die diesbezüglichen Erhebungen in der Türkei sind noch nicht abgeschlossen bzw. gestalten sich als schwierig.

Erhebungen bezüglich Schmugglerfahrten des Familienclans von Holland nach Österreich im Herbst 2016 sind ebenfalls noch nicht abgeschlossen.

Im Zuge der Erhebungen wurde auch bekannt, dass ein 23-jähriger türkischer  Beschuldigter seine 23-jährige österreichische Lebensgefährtin und ebenfalls Beschuldigte mit Schlägen misshandelte und ihr einen Polster ins Gesicht drückte, wodurch sie zu ersticken drohte. Ein weiteres Mal fuhr die 23-Jährige über Anweisung ihres Lebensgefährten auf einen Feldweg in der Nähe von Eggendorf, Bezirk Wiener Neustadt, und wurde vom Lebensgefährten mit einem Gürtel mit dem Rücken so an einen Baum gefesselt, sodass sie ihren Angaben zu Folge  kaum Luft bekam. Anschließend traktierte er sie mit einem Stock, indem er damit gegen ihre Unterschenkel schlug. Nach einiger Zeit befreite er sie von der Fesselung und sie setzten ihre Fahrt fort.

Die Erhebungen des Landeskriminalamtes NÖ, Ermittlungsbereich Suchtmittelkriminalität, sind noch nicht abgeschlossen und werden fortgeführt.

 

Seit Mitte 2015 werden vom Landeskriminalamt NÖ, Ermittlungsbereich Suchtmittelkriminalität, Erhebungen gegen eine türkisch/kurdische Tätergruppe geführt, welche sich auf den Schmuggel von Heroin von der Türkei nach Österreich und in weitere EU-Mitgliedstaaten spezialisiert hat.

Aufgrund der geführten Ermittlungen wurde bekannt, dass ein 36-jähriger, ohne Unterstand im Bundesgebiet aufhältiger, türkischer Staatsbürger immer wieder Heroinlieferungen auf verschiedenste Weise, jedoch vorwiegend in Fahrzeugen versteckt, auf dem Straßenweg über die Balkanroute nach Wien geliefert bekommt und im Anschluss selbst oder durch Läufer gewinnbringend an bis zu 100 Abnehmer weiterverkauft.

Nach erfolgter Observation wurden der Beschuldigte und ein Lenker eines türkischen Sattelauflegers am 28. Dezember 2016 auf der A 9, Fahrtrichtung Linz, am Rastplatz Kammern, Bezirk Leoben, Steiermark, bei der Abwicklung des Suchtmittelgeschäftes festgenommen.

Bei der darauffolgenden Personsdurchsuchung konnten bei dem 36-jährigen Beschuldigten Bargeld und ein gefälschter bulgarischer Personalausweis  sichergestellt werden. Bei der Personsdurchsuchung des 45-jährigen türkischen Lkw-Lenkers konnte ein Bargeldbetrag in der Höhe von 5.640 Euro vorgefunden und sichergestellt werden.

Bei der darauffolgenden Durchsuchung des Sattelauflegers durch Beamte des Landeskriminalamtes NÖ gemeinsam mit Hundeführer von  2 Suchtgiftspürhunden der Diensthundeeinheit der Landespolizeidirektion Niederösterreich, der Autobahnpolizeiinspektion  Gleinalm und Bedienstete des Zollamtes Leoben konnten im Bereich der Fahrerkabine 4 Stück Handfeuerlöscher gefüllt mit:

3.000 Gramm Heroin mit hohem Reinheitsgrad (1 Feuerlöscher)

und

15.000 Gramm Morphin mit hohem Reinheitsgrad (3 Feuerlöscher)

aufgefunden und sichergestellt werden.

Aufgrund des hohen Reinheitsgrades der sichergestellten Suchtmittel kann von einem Straßenverkaufswert von  ca. 6.000.000 Euro ausgegangen werden.

Der mit Heroin gefüllte Feuerlöscher (ca. 3 kg) hätte vom Lkw-lenker an den 36-jährigen Beschuldigten übergeben werden sollen. Die restlichen 3 Feuerlöscher, gefüllt mit Morphin (ca. 15 kg), hätte der Lenker weiter nach Köln transportieren und dort einem weiteren Abnehmer übergeben sollen.

Der 45-jährige Lkw-Lenker steht weiters im Verdacht, im Zeitraum der letzten 3 – 4 Monate insgesamt 3 weitere solche Schmuggelfahrten mit insgesamt 4 gleichartigen mit Heroin/Morphin gefüllten Feuerlöschern durchgeführt zu haben, wobei alle 4 Feuerlöscher im Raume Köln an weitere Abnehmer übergeben worden sind. Er erhielt von der kriminellen Organisation für diese Schmuggelfahrten pro Feuerlöscher 5.000 Euro. Der Betrag wurde ihm jeweils bei den Übergaben durch die verschiedenen Abnehmer ausbezahlt.

Die beiden Verdächtigen wurden über Auftrag der Staatsanwaltschaft Wien in die Justizanstalt Wien-Josefstadt eingeliefert.

Die Erhebungen des Landeskriminalamtes NÖ, Ermittlungsbereich Suchtmittelkriminalität, sind noch nicht abgeschlossen und werden fortgeführt.

 

Fotos: LPD

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