Liebe Leserinnen & Leser!

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In der Politik ist es wie im Sport. Der Anfang ist hart, das Ende fast noch härter. Denn, wann ist der richtige Zeitpunkt aufzuhören? Der Landeshauptmann von Niederösterreich, Erwin Pröll, hat diesen Zeitpunkt jedenfalls versäumt. Zwar hat er seine Nachfolgerin, Johanna Mikl-Leitner, bereits im Vorjahr installiert. Der Zeitpunkt der Hofübergabe war freilich noch offen. Und dann kam Florian Klenk, der Chefredakteur des „Falter“, einer Wiener Zeitung fast unter der Wahrnehmungsgrenze und brachte den mächtigen LH Pröll wegen der Stiftungsaffäre zu Fall. Klenk montierte Pröll mit ein paar Artikeln einfach ab. Seit Jahren gingen unfassbare Gerüchte auch über Prölls privaten Bereich um. Unklar ist bis heute auch, ob tatsächlich eine Milliarde Wohnbaugelder einfach verspekuliert wurden. Die Medien lassen an Pröll jedenfalls kein gutes Haar mehr.

Wird man Landeshauptmann Pröll damit aber gerecht? Hat nicht er gemeinsam mit seinem Vorgänger Siegfried Ludwig Niederösterreich unglaublich weitergebracht?

In den 80er Jahren sprach man von Niederösterreich noch über ein Agrarland. Fertig! Und heute hat das Land im Industrie- und Dienstleistungssektor enorm aufgeholt. Egal, ob man den Bereich gehobene Gastronomie und Hotels betrachtet, Gewerbe und Handel, Infrastruktur wie die ausgezeichneten Bahn- und Busverbindungen in die Regionen, die Autobahnen, die in den vergangenen Jahren entstanden sind. Die Lebensqualität ist so hoch, dass Wien vor allem die gut verdienenden Bewohner abhanden kommen, weil sie aus Wien flüchten und mit ihren Familien ins Umland ziehen. Überall tat auch die Landespolitik und damit LH Pröll ein Wesentliches dazu, das größte Bundesland Österreichs derart großartig weiterzuentwickeln. Die Ausgangslage war bis 1989 mit Außengrenzen nur an Ostblockstaaten und wenig Industrie ja nicht besonders rosig.

Pröll hat mit seinem Team sehr gute Arbeit geleistet und es wäre ihm zu wünschen gewesen, dass sein Ausscheiden aus der Politik ohne dem politischen Sperrfeuer von statten gegangen wäre. Aber es zeigt sich eben wieder, dass auch das Ende oft noch härter ist als der Beginn einer Karriere…

Markus G. Freilinger

Chefredakteur Baden

m.freilinger@monatsrevue.at

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