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Dienen die Gesetze nur mehr zum Sekkieren der „Kleinen“?

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Was gibt es in Baden nicht schon alles an Auflagen, Schutzzonen, Ensembleschutz, Flächenwidmungs- und Bebauungsbeschränkungen und dem Verbot in einem Haus mehr als drei Wohnungen zu errichten?

Jeder Hotelbetrieb würde derzeit in Baden am liebsten schließen, seine Zimmer in Wohnungen umbauen und aus dem Hotel ein Zinshaus machen. Wäre dies zulässig, wäre das Hotel Sauerhof „übergestern“ verkauft. In den 90ern erlaubte die Gemeinde, dass Hotels zumindest teilweise für Wohnen gewidmet wurden. Heute weiß man, es war deren Tod. Aber auch in Straßenzügen, wo man dies nie für möglich hielt, wieherte der Amtsschimmel und stellte die Bauwerber unter Kuratel. 2007 lud die Gemeinde die Anwohner der Karlsgasse zu einer Informationsveranstaltung „Erhaltung des typischen Stadtbildes –Überarbeitung des Bebauungsplanes“. Dem staunenden Publikum wurden dort lauter Beschränkungen und Einschränkungen ihrer Liegenschaften vorgestellt. Im Bebauungsplan wurden Schutzzonen zur Erhaltung des typischen Stadtbildes dekretiert. Alle jene, die umbauen wollten, waren wie vom Donner gerührt. Die anderen wogen sich in, wie man jetzt weiß, falscher Sicherheit.

Zum typischen Stadtbild in der Karlsgasse gehört nämlich nach Ansicht des Gutachters ein Wohnsilo mit 22 Wohnungen. Spannend! Hauptsache man quälte damals eine Bauwerberin mit dem Einbau von teuren Kastenfenstern in ein „ensemblegeschütztes Haus“. Das Haus war übrigens einst eine armselige Keuschen in dem ein Handwerker seinen Betrieb hatte und mit seiner Familie auf engstem Raum hauste. In der Karlsgasse lebten nämlich früher ganz einfache Leute. Bis heute blieb jedem verschlossen, was daran schützenswert sein soll.

Wenn in einem Gebiet mit lauter Einzelhäusern eine Megawohnhausanlage entsteht, passt das hingegen schon ins Stadtbild. Eine interessante Logik!

Markus Freilinger – Chefredakteur Baden, m.freilinger@monatsrevue.at

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