Öffentliche Verhandlung zum Windpark Ebreichsdorf

Öffentliche Verhandlung zum Windpark Ebreichsdorf
Ebreichsdorf

Wie gesetzlich vorgeschrieben fand am 25. November 2015 in der Feuerwehrscheune in Unterwaltersdorf die öffentliche Verhandlung über das Ansuchen der Wien Energie GmbH zur Genehmigung und Errichtung des Windparks Ebreichsdorf statt. Bei der Verhandlung wurden Einwände und Einsprüche, die im Zuge der Umweltvertrträglichkeitsprüfung eingebracht wurden, mündlich verhandelt. Alle Privatpersonen und Organisationen, die Einspruch eingelegt hatten, durften auch Stellung nehmen und Fragen an die zahlreichen Sachverständigen stellen.

Neben mehreren NGOs gab es auch zahlreiche Einsprüche von Privatpersonen, die zu Wort kamen. Prominentester Vertreter war der ehemalige Justizminister Dr. Dieter Böhmdorfer, der einen Anrainer anwaltlich vertrat. Dieser übte massive Kritik am Ablauf der Verhandlung und ortete einen Verstoß gegen das Gleichheitsprinzip. Böhmdorfer nannte die Veranstaltung eine „Abtanzelung“ der Bevölkerung und kritisierte: „Sie versuchen die Bürger lächerlich zu machen und machen dabei die Rechtsstaatlichkeit lächerlich“. Der Verhandlungsleiter des Landes Niederösterreich wies die Vorwürfe zurück und berief sich darauf, dass der Ablauf gesetzeskonform sei.

Christian Lenz von der Bürgerinitiative „Gegenwind“ äußerte wie auch unter anderem der Trumauer Arzt Prim. Dr. Günther Frank massive Bedenken an dem geplanten Projekt. Vor allem die Höhe der Anlagen und die Entfernung zu bebautem Gebiet, sowie mögliche gesundheitliche Bedenken wurde geäussert. Die Verhandlung endete erst am späten Abend. Das Ergebnis ergeht in einigen Tagen schriftlich.

Sollte es zu einem positivem Abschluss der UVP kommen, haben einige Anrainer bereits einen Einspruch bei der nächst höheren Instanz angekündigt. Bei einer Volksbefragung zum Bau des Windparks Ebreichsdorf haben sich am 17. August 2015 2.455 für den Bau und 1.884 gegen den Bau der Anlage ausgesprochen (Wahlbeteiligung lag bei 46,08%).

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One comment

  1. Karl Eder says:

    Besonders hier im Industrieviertel liegen unzählige ehemalige Wasserkraftanlagen brach. Den meisten fallen diese Werkskanäle und Wehranlagen gar nicht mehr auf, da sie seit ewiger Zeit sich ins Landschaftsbild integriert haben. Statt diese vorhandenen Anlagen (z.B. bei ehemaligen Fabriken, Mühlen, Sägewerken) zu revitalisieren und damit wahrscheinlich auch regionale Arbeitsplätze zu schaffen, verschandelt man die Umwelt mit kaufmännisch unrentablen Windkraftmonstern (und verbetoniert das Ackerland…). Der vermeintliche „Gewinn“ für die Betreiber wird nur durch massive Förderung aus Steuergeldern bezahlt, während Betreiber von Kleinwasserkraftanlagen für die unauffällige und konstant vorhandene (!!) Wasserkraft mit 3 – 4 Cent „Marktpreis“ je kWh abgespeist werden.

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