Opposition verließ Gemeinderatssitzung 

Opposition verließ Gemeinderatssitzung 
Ebreichsdorf

Die Änderung einer Baufluchtlinie wurde am Donnerstagabend zum Auslöser des Auszuges der Opposition aus der Gemeinderatssitzung in Ebreichsdorf. Dabei geht es um die geplanten 84 Wohnungen beim City-Center, für die es bereits einen Grundsatzbeschluss gibt. Nachdem in der letzten Gemeinderatssitzung zusätzlich eine Widmung für Parkplätze auf einem Nebengrundstück beschlossen wurde, stand in dieser Gemeinderatssitzung die Änderung der Baufluchtlinie auf der Tagesordnung. Die Opposition befürchtet eine Vergrößerung des Projektes.

Die Bürgerliste spricht von einer 2-Klassen Gesellschaft. „Die Gruppe der privilegierten Bauträger und Genossenschaften, die sich über die Politik das Baurecht so richten, wie es ihnen am besten passt und die einfachen Häuslbauer, die sich strikt an das Baurecht halten muss und die bei komplexer Sachlage teuer oder gar nicht bauen können“. Die Bürgerliste befürchtet, dass es nicht bei den geplanten 84 Wohnungen bleiben wird und sehen mit dem geplanten Beschluss die rechtlichen Möglichkeiten aus der Hand gegeben zu haben.

FPÖ Stadtrat Markus Gubik schießt mit schweren Geschützen auf den Bürgermeister. „Fast gewinnt man den Eindruck, dass zwischen der Baugenossenschaft und dem Genossen Kocevar alles „wie geschmiert“ laufen könnte.“ Die FPÖ befürchtet, dass aus dem geplanten Projekt ein „Monsterprojekt“ werden könnte.  „Mich erinnert das Ganze an die Umwidmung von 30.000 m2 in Bau-Wohnland für Stronach 2014/2015, die durch den Gemeinderat geboxt wurden. Die 10.000 Euro Parteispende, die zur selben Zeit an die SPÖ geflossen sind, hatten aber sicherlich nichts mit dem Eifer vom Genossen Kocevar zu tun“, so Gubik in einer aktuellen Aussendung.

Bürgermeister Wolfgang Kocevar (SPÖ) versteht die Aufregung nicht. „Wir haben  gestern weit schwierigere Tagesordnungspunkte mit großer Mehrheit beschlossen, warum jetzt der Beschluss einer Baufluchtlinie, wie vom Land empfohlen, die Opposition dazu bewegte, aus dem Gemeinderat auszuziehen, ist mir völlig unklar“, so der Bürgermeister auf Anfrage der MONATSREVUE. „Scheinbar will die FPÖ und die Bürgerliste das Projekt „Junges Wohnen“ um jeden Preis verhindern“, zieht Kocevar seine Schlüsse aus dem gestrigen Vorfall.

In der Sache selbst ist Kocevar um Beruhigung bemüht: „Ich habe heute noch einmal mit dem Bauträger gesprochen, eine Erweiterung des Projektes ist nicht geplant. Es bleibt bei den 84 Wohnungen, davon 2/3 „Junges Wohnen“. Kocevar lädt die Opposition ein, das Projekt noch einmal mit ihm im Detail zu besprechen und geht von einer Beschlussfassung kommende Woche im Gemeinderat aus.

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