Supermarkt-Geiselnehmer in Haft

Supermarkt-Geiselnehmer in Haft
Günselsdorf

Wie das Landeskriminalamt Niederösterreich heute mitteilte, sind jene, bisher unbekannten Täter, welche unter anderem am 16. Februar 2019 eine Supermarktfiliale in Günselsdorf überfallen und eine Angestellte kurzfristig als Geisel genommen haben, bis auf einen Verdächtigen in Haft. Es soll sich um eine litauische Tätergruppe im Alter von 28 bis 37 Jahren handeln, welche neben dem Supermarkt in Günselsdorf auch drei Mal in Hollabrunn einen Supermarkt überfallen haben und auch mit einem Raubüberfall in Deutschland in Verbindung stehen. 

Fünf Täter befinden sich in Österreich, drei Täter in Deutschland in Haft. Ein Beschuldigter ist noch flüchtig. Es konnte ein Teil der Tatkleidung sichergestellt werden.  

Ein Täter (Dainius L.) ist derzeit noch flüchtig, nach ihm wird mit internationalem Haftbefehl gefahndet. Über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt wird um die Veröffentlichung des angeschlossenen Lichtbildes des Dainius L. ersucht.

Hinweise auf den Aufenthaltsort des Beschuldigten, die auf Wunsch auch vertraulich behandelt werden, werden an das Landeskriminalamt Niederösterreich unter der Telefonnummer 059133-30-3333 erbeten.

Details zum Überfall in Günselsdorf:

Bewaffneter Raubüberfall mit Geiselnahme auf Lebensmittelmarkt in Günselsdorf, Bezirk Baden, NÖ, am 16. Februar 2019, um 18.00 Uhr.

 

5 litauische Täter reisten in diesem Fall mit zwei Tatfahrzeugen von Litauen über Tschechien nach Österreich ein. In Günselsdorf wurden 2 Täter für den unmittelbaren Raubüberfall im Supermarkt eingewiesen bzw. mit  Details zur besagten Filiale informiert. An die unmittelbaren Täter wurden die Tatwaffen, Maskierung, ein Vorschlaghammer, sowie diverses Fesselungsmaterial und ein Rucksack zum Abtransport der Beute übergeben. Die weiteren 3 Litauer leisteten im Umfeld des Supermarktes Aufpasserdienste bzw. warteten mit den Fluchtfahr-zeugen an vorher vereinbarten Treffpunkten.

Die beiden Haupttäter betraten kurz vor Geschäftsschluss den Lebensmittelmarkt  und hielten sich zwischen den diversen Verkaufsregalen auf, wobei sie einen Einkaufswagen vor sich schoben, um einen Einkauf vorzutäuschen. Den Rucksack mit den diversen Tatutensilien trug ein Täter bei sich. Als die Täter annahmen, dass keine Kunden mehr im Geschäftslokal anwesend waren, drängten sie einen Angestellten vom Kassenbereich durch brutale Körpergewalt und Drohung mit den Faustfeuerwaffen in die Büroräumlichkeiten, wo noch drei weitere Angestellte und ein Kunde anwesend waren. Die Opfer wurden mit Kabelbinder und Klebebändern gefesselt. Auch sie wurden aufgefordert, den Tresor zu öffnen bzw. sich auf den Boden zu legen oder sich hinzuknien. Mit einem mitgebrachten Vorschlaghammer schlug einer der Täter ein versperrtes Fach im Tresor auf und verstaute die gesamten Banknoten daraus in seinem Rucksack. Durch Auslösung des Alarmes wurde die Polizeiinspektion Günselsdorf vom Überfall informiert. Kurz danach traf eine Streife am Tatort ein und konnte durch eine Glasscheibe das Überfallsszenario wahrnehmen. Dabei richtete einer der Täter sofort seine Faustfeuerwaffe in Richtung der Polizisten, weshalb es im Zuge einer Notwehrsituation auch zu einer Schussabgabe durch einen Polizisten kam. Dadurch wurde der Täter durch einen Geller am Oberarm getroffen und verletzt. Um die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen und das Eintreffen weiterer bereits verständigter Patrouillen abzuwarten, zogen sich die Polizeibeamten zurück.

Die Täter nahmen zwischenzeitlich eine Angestellte als Geisel bzw. als Schutz-schild, indem sie dieser die Waffe gegen den Kopf bzw. Schläfe drückten und mit ihr durch den Hintereingang das Objekt verließen. Dort forderten sie die beiden Polizisten durch Gesten und durch das entschlossene Richten der Waffen gegen das Opfer auf, sich weiter zurückzuziehen. Danach versuchten die Täter mit dem abgestellten Polizeifahrzeug bzw. einem Fahrzeug eines Kunden zu flüchten. Dies misslang jedoch mangels angesteckten Fahrzeugschlüssels. Die Geisel nützte eine kurze Unachtsamkeit der Täter und lief in Richtung der Polizisten, weshalb die Täter genötigt waren, alleine in die Filiale zurück zu laufen.

Während sich die Polizisten um die Geisel kümmerten, durchquerten die beiden Täter das Geschäftslokal, flüchteten durch die Haupteingangstüre aus der Filiale und kletterten über eine Zaun in benachbarte Grundstücke. Eine Alarmfahndung verlief negativ, die Täter konnten mit einer Beute in Höhe eines niedrigen 5-stelligen Eurobetrages nach Litauen flüchten.

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