Unterschriften für bessere Stromversorgung

Unterschriften für bessere Stromversorgung
Ebreichsdorf

Es ist keine Seltenheit, dass in einem der vier Ortsteile von Ebreichsdorf plötzlich das Licht ausgeht. Was folgt ist meist stundenlanger Stromausfall. „Wir rechnen mittlerweile bei jedem Gewitter schon mit einem Stromausfall“, so ein Bürger aus dem Ortsteil Unterwaltersdorf, der von den Stromausfällen am häufigsten betroffen ist. Kritik über die ständigen Stromausfälle gibt es schon seit längerem, auch politisch ist das Thema nicht neu. FPÖ-Stadtrat Markus Gubik fordert seit Monaten Maßnahmen und ein Einschreiten der Stadtführung gegenüber dem Netz-Betreiber der Wien Energie. Jetzt reagiert die Ebreichsdorfer SPÖ/ÖVP Koalition und brachte im Gemeinderat eine entsprechende Initiative ein. „Nachdem es in den letzten Jahren, aber vor allem in den vergangenen Wochen und Monaten immer wiederkehrende Stromschwankungen und oft stundenlange Stromausfälle in der Stadtgemeinde Ebreichsdorf gab, wird nun auf Initiative von Bürgermeister Wolfgang Kocevar zur Verbesserung der Situation eine Unterschriftenaktion – gerichtet an die Wiener Netze – gestartet“, heißt es in einer Aussendung der Stadtgemeinde. „Sowohl in der nächsten Ausgabe der Gemeindezeitung als auch in Kürze auf der Homepage werden die BürgerInnen die Möglichkeit haben zu unterzeichnen. Ebenso werden die Unterschriftenlisten über die Vereine und Wirtschaftstreibenden zur Verteilung kommen“, heißt es.

„Wir wollen unter Einbindung unserer Bevölkerung  ein deutliches Signal an die Wiener Netze senden. Die derzeitige Stromversorgung mit den ständigen oft stundenlangen Ausfällen ist inakzeptabel und kann zukünftig auf keinen Fall so bleiben! Ich bin froh, dass alle politischen Vertreter im Stadtrat meinen Vorschlag positiv aufgegriffen haben und wir ihn gemeinsam unterstützen“, so Bürgermeister  Wolfgang Kocevar. Viele Ebreichsdorferinnen und Ebreichsdorfer seien schon sehr verärgert, aber nicht nur das, auch die zahlreichen Ebreichsdorfer Betriebe hätten bereits Probleme aufgrund der ständigen Stromausfälle. Bürgermeister Kocevar möchte in den nächsten Wochen so viele Unterschriften wie möglich sammeln. „Wir erwarten uns dann eine schnelle Reaktion, damit die Wiener Netze ihre Versorgungsverpflichtung endlich ernst nehmen. Ziel ist, spätestens im Jänner 2018 beim Vorstand der Wiener Netze mit den Unterschriftenlisten vorzusprechen“, sagt Wolfgang Kocevar. Auch FPÖ Stadtrat Markus Gubik ist über diese Maßnahme erfreut: „Endlich reagiert die Stadtführung auf die monatelange Kritik von vielen Bürgern und auch von uns. Bleibt nur zu hoffen, dass so schnell wie möglich auch Maßnahmen ergriffen werden, um die Versorgungssicherheit wieder herzustellen“, so Gubik.

Seitens der Wiener Netze heißt es in einer Stellungnahme:

„Die Wiener Netze sind sich ihrer Verantwortung, ihren Kundinnen und Kunden ein stabiles und sicheres Energienetz zu gewährleiten, bewusst. Mit einer Versorgungssicherheit von 99,99 % sind die Wiener Netze einer der besten und sichersten Energienetzbetreiber weltweit.
Dennoch kommt es besonders in wetterexponierten Gebieten öfter zu Versorgungsunterbrechungen als in anderen. Im Bereich Ebreichsdorf sind daher überwiegend wetterbedingte Einflüsse Grund für die Häufung der Ausfälle.
Die ExpertInnen der Wiener Netze sind rund um die Uhr im Einsatz und strategisch im gesamten Versorgungsgebiet stationiert, um eine rasche Behebung von Störungen zu ermöglichen. Die Trassen der Stromleitungen werden regelmäßig inspiziert. Bei Bedarf werden Forstbetriebe beauftragt, die Trassen von naheliegendem Baumbestand zu befreien, um das Hineinfallen von Bäumen und Baumteilen bei Unwettern weitgehend auszuschließen.

Diese sonst gut bewährten Standardmaßnahmen haben nicht zu dem erhofften Ergebnis geführt. Die Wiener Netze haben daher die Modernisierung und den Ausbau des Umspannwerks der Region eingeleitet. Geplant ist die Fertigstellung der Arbeiten bis Ende 2018. Im Zuge dessen werden weitere Leitungen von diesem Umspannwerk in das betroffene Gebiet errichtet. Diese Leitungen bieten eine weitere Versorgungsschiene bei Ausfall der bereits bestehenden Leitung.

Bis die Umsetzung erfolgt ist, werden die ExpertInnenteams zur rascheren Behebung von Störungen im betroffenen Gebiet weiter verstärkt. Auch interne Abläufe wurden auf die besondere Situation der Gemeinde Ebreichsdorf weiter sensibilisiert und nachgeschärft. Zusammen ermöglichen die Erstmaßnahmen eine schnellere Erkennung und Behebung etwaiger Versorgungsunterbrechungen. Wir werden auch weiterhin alle Maßnahmen evaluieren und unseren kontinuierlichen Austausch mit VertreterInnen der Gemeinde fortsetzen.“

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