Wenn auch Helfer Hilfe brauchen!

Wenn auch Helfer Hilfe brauchen!
Bezirk Baden

Kurz nach 6 Uhr früh wurde am Sonntag die Feuerwehr Alland zu einem „technischen Gebrechen“ auf der A21 alarmiert. Wenige Minuten nach dem Alarm rückten die Florianis bereits zu dem Einsatz aus. Kurz vor Eintreffen am Einsatzort meldete die Bezirksalarmzentrale Baden, dass es sich um einen Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person handelt. Binnen Sekunden mussten sich die Feuerwehrmänner auf ein vollkommen anderes Szenario einstellen. Doch was die Einsatzkräfte vor Ort erwartete, hätten sich weder Feuerwehr, noch Rettung und Polizei in ihren schlimmsten Träumen vorstellen können.

„Wir haben beim Eintreffen dann ein Bild vorgefunden, auf das wir nicht eingestellt waren“, bestätigt auch Feuerwehr-Einsatzleiter Georg Baden von der Feuerwehr Alland die Situation für sich und seine Kameraden. An der Unfallstelle lagen bereits mehrere tote Personen rund um den Unfallwagen. Im Fahrzeug selbst waren noch Personen eingeklemmt. Die tragische Bilanz: 5 Tote, 2 schwer Verletzte und ein leicht verletztes Mädchen. Ein Fahrzeuginsasse des rumänischen Kleinbus wurde auf die Fahrbahn geschleudert und von mehreren nachkommenden Fahrzeugen überrollt. Das genaue Bild das sich bot, ist kaum mit Worten zu beschreiben.

Trotz des unvorstellbaren Szenarios kämpften die vier Notärzte und die zahlreichen Rettungssanitäter um das Leben der noch nicht verstorbenen Fahrzeuginsassen. Die Feuerwehr musste unter schwierigsten Bedingungen die Verletzten aus dem Wrack befreien. Erst als das tragische Ausmaß mit fünf Toten fest stand und die Verletzten mit den beiden Rettungshubschraubern C3 und C9 sowie mit einem RTW in die Krankenhäuser gebracht wurden, konnten die Einsatzkräfte das tatsächliche Ausmaß realisieren. Für viele der teilweise sehr jungen Einsatzkräfte eine schwierige Situation. Währen die Unfallzeugen und die Lenker jener Fahrzeuge, welche einen der Fahrzeuginsassen erfasst hatten, vom Team der  Krisenintervention betreut wurden, rückten auch Spezialkräfte der Rettung, Feuerwehr und Polizei aus, um die eingesetzten Kameraden zu betreuen.

Bei der Feuerwehr rückte der „Sonderdienst Stressverarbeitung nach belastenden Ereignissen (SvE)“ aus. Die so genannten „PEER´s“ sind speziell geschulte Feuerwehrleute, die entweder in Kleingruppen oder Einzelgesprächen das Erlebte mit betroffenen Feuerwehrleuten zeitnahe aufarbeiten. „Wir werden gut von Feuerwehr Peer betreut“, so gestern auch Einsatzleiter Georg Baden an der Unfallstelle. „Diese Organisation ist in der Feuerwehr sehr wichtig, damit wir uns nach solchen Einsätzen wieder fangen und unser normales Leben wieder weiterleben können“.

Auch die Rettung entsandte speziell geschulte Mitarbeiter des „Support Team“, ebenso schickte das Bezirkspolizeikommando Baden einen speziell geschulten Beamten auf die Unfallstelle, um die Kollegen zu betreuen. Bei dem Horror-Einsatz auf der A21 kamen selbst erfahrene Einsatzkräfte an ihre Grenzen. Zum Glück gibt es in allen Organisationen speziell geschulte Kameraden, die zum Einsatz kommen, wenn unsere Helfer Hilfe brauchen!

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