Geplante Home Invasion geklärt

Verbrecherisches Komplott – geplante Home Invasion geklärt

Ein zum Tatzeitpunkt 17-jähriger arbeitsloser, serbischer Staatsbürger aus dem Bezirk Baden, sowie ein ohne Wohnsitz und im Bundesgebiet nicht rechtmäßig aufhältiger 25-jähriger serbischer Staatsbürger und ein 15-jähriger polnischer Staatsbürger aus dem Bezirk Baden, planten als unmittelbare Täter mit zwei weiteren Mittätern zur Finanzierung ihres Lebensunterhaltes sowie als Einstieg für weitere Straftaten eine „Home Invasion“ unter Verwendung von echten Schusswaffen auf einen 90-jährigen Mann und dessen blinde, pflegebedürftige Lebensgefährtin, in deren Wohnhaus.

Der Tatplan sah vor, dass die Täter zur Begehung des Überfalles ein Fluchtfahrzeug als auch Faustfeuerwaffen ankaufen. Zu diesem Zweck wurden von einem weiteren Mittäter, einem 19-jährigen österreichischer Staatsbürger aus dem Bezirk Baden, bereits acht hochpreisige Mobiltelefone im Gesamtwert von 10.429 Euro angemeldet bzw. angekauft und in einem Pfandhaus in Wien versetzt. Mit dem Erlös wurde bereits ein als Fluchtfahrzeug vorgesehener PKW angezahlt. Zur Anschaffung von Waffen sowie zur Ausbezahlung des Fahrzeuges waren noch weitere Handy An- bzw. –Verkäufe vorgesehen.

Der unmittelbare Tatplan sah weiters vor, dass die fünf Täter arbeitsteilig in drei  Gruppen vorgehen, wobei der 15-Jährige vor dem Objekt Aufpasserdienste leistet und mit dem 17-jährigen Haupttäter telefonisch in Verbindung stehen soll. Ein weiterer Täter soll an der Haustüre anläuten und das Opfer ablenken, während die restlichen Täter, maskiert und mit echten Faustfeuerwaffen bewaffnet, in das Haus eindringen. Die Opfer sollten im Anschluss gefesselt und dem 90-Jährigen zusätzlich die Augen verbunden werden. Während drei Täter nach der Tat mit dem Fahrzeug des Opfers nach Linz fahren sollten, um es dort zu verkaufen bzw. auf dem Hinweg bereits Bargeldbehebungen mit den erbeuteten Bankomat- bzw Kreditkarten vornehmen sollten, würden die restlichen Täter das Haus nach weiteren Wertgegenständen durchsuchen. Erwartet wurde für jeden Täter ein zumindest fünf- bis sechsstelliger Geldbetrag. Für den Fall, dass sich bis zum geplanten Tattag eine geeignete Örtlichkeit gefunden hätte, wo die blinde Frau untergebracht werden hätte können, wäre auch eine Entführung von den Tätern angedacht gewesen, um das Opfer zur Herausgabe des gesamten Barvermögens und sämtlicher Wertgegenstände zu zwingen.

 

Für die Planung des Überfalles und die gesamte Kommunikation wurde von den Tätern eine eigene Whats-App-Gruppe verwendet. Die Opfer bzw. die Tatörtlichkeit waren dem 17-Jährigen aufgrund seiner vorübergehenden Tätigkeit bei einem Pflegedienst/Heimhilfe bei dem betroffenen Paar bekannt.

 

Nach Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt wurde neben kriminaltaktischen Maßnahmen durch Beamte des Landeskriminalamtes NÖ, Ermittlungsbereich Raub und der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität NÖ (EGS) auch das Tatobjekt durch Beamte des Einsatzkommandos Cobra überwacht, wobei ein polizeilicher Zugriff während der Tatausführung erfolgen sollte. Das 90-jährige Opfer wurde für diesen Zeitraum durch die Polizei in Sicherheit gebracht, die Lebensgefährtin befand sich in dieser Zeit im Krankenhaus.

Da die Täter jedoch aus organisatorischen Gründen den Überfall am 3. Oktober 2021 bzw. bis in die Morgenstunden des 4. Oktober 2021 nicht verüben konnten, wurden schließlich bei der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt Anordnungen zur Festnahme und zur Durchsuchung der Wohnräumlichkeiten gegen die drei Haupttäter eingeholt. Der 17-Jährige, der 25-Jährige sowie der 15-Jährige konnten schließlich in den Nachmittagsstunden des 4. Oktober 2021 an deren Wohnadressen von Beamten der Raubgruppe und der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) NÖ mit Unterstützung des Einsatzkommandos Cobra festgenommen werden. Bei den anschließend vorgenommenen Durchsuchungen konnten der Schlüssel des angezahlten PKWs sowie ein Schlagring und insgesamt vier Faustfeuerwaffen vorgefunden und sichergestellt werden.

 

Der 25- Jährige und der 15-Jährige zeigten sich bei den Vernehmungen vollinhaltlich geständig, der 17-jährige Haupttäter machte auf Anraten seiner Anwältin von seinem Recht Gebrauch, nicht aussagen zu müssen. Die Beschuldigten wurden in den Nachtstunden des 4. Oktober 2021 in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert. Die weiteren Beschuldigten wurden ausgeforscht und sind ebenfalls umfassend geständig.

 

Lichtbild @ LPD NÖ Raubgruppe

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