Suche
Close this search box.

Goldschatz von Ebreichsdorf im Naturhistorischen Museum

Ab sofort ist der über 3.000 Jahre alte Goldschatz von Ebreichsdorf im Naturhistorischen Museum zu sehen!

Bei den archäologischen Ausgrabungen im Zuge der Pottendorfer Linie wurde in Ebreichsdorf ein spätbronzezeitlicher Goldschatz entdeckt. „Er wurde vermutlich absichtlich in der Erde vergraben, jedoch ist unklar, ob dies aufgrund drohender Gefahr geschah oder ob es sich um eine rituelle Niederlegung handelte“, erklärt Bernhard Hebert von der Abteilung für Archäologie im Bundesdenkmalamt. Der Goldschatz wurde am Rand einer Siedlung zusammen mit weiteren historischen Fundstücken freigelegt. Insgesamt kamen dabei mehrere hundert Kisten mit Fundgegenständen zum Vorschein.

Historische Artefakte bei Infrastrukturprojekten sind zwar keine Seltenheit, aber das gefundene Gold stellt dennoch eine außergewöhnliche Entdeckung dar. Besonders bemerkenswert ist eine in zwei Teilen gefundene Goldbecherschale, die mit Punzen und Einzelmotiven verziert ist, was für die Zeit und Region ungewöhnlich ist. Des Weiteren wurden eine Kette aus acht kleinen, miteinander verbundenen Gold-Drahtspiralen, zwei weitere ineinandergehängte Golddrahtspiralen, ein einzelner Golddrahtspiralenreifen, drei lose goldene Drähte und ein Bündel aus Goldfäden gefunden. Letzteres dürfte vermutlich Überreste eines Textils sein, das mit Goldfäden durchwirkt war.

Der Goldschatz wurde feierlich am 18. August 2023 von der ÖBB Infrastruktur dem Naturhistorischen Museum übergeben. „Unsere Aufgabe besteht darin, diesen Schatz geschützt und sicher für die Öffentlichkeit aufzubewahren und auszustellen“, betont Katrin Volant, die Generaldirektorin des Naturhistorischen Museums.

„Oft stoßen wir bei unseren Arbeiten auf verborgene Relikte, häufig handelt es sich dabei um gefährliche Kriegsrelikte. Dieses Mal freuen wir uns jedoch sehr über diesen Schatz“, erklärt Judith Engel, Vorständin der ÖBB Infrastruktur. „Die Entdeckung hat auch dazu beigetragen, eine positive Verbindung zwischen der Bevölkerung und der Baustelle herzustellen“, fügt sie hinzu.

Das Gold dürfte jedoch nicht aus der Region stammen. Der über 3.000 Jahre alte Fund konnte Goldfunden im Bereich der Böhmischen Masse in Mitteldeutschland bzw. Tschechien zugeordnet werden. Ab sofort kann dieser im Goldkabinett des Naturhistorischen Museums bewundert werden. Dort bildet der Schatz zusammen mit einem weiteren Fundstück das zentrale Ausstellungsstück und wird somit zu einem Höhepunkt für viele Museumsbesucher!

Regionales Schaufenster
Teile diesen Beitrag:

Beiträge der letzten Wochen: