Die Serie von Grabschändungen in Niederösterreich reißt nicht ab. Nachdem bereits Anfang April in Weigelsdorf und Mitte April in Berndorf mehrere Gräber und Grüften geöffnet worden waren, wurden nun weitere Vorfälle in Leobersdorf, Pottendorf und Wampersdorf bekannt.
Am 16. April 2026 gingen bei der Polizei erste Anzeigen ein. Insgesamt sollen nach aktuellen Informationen rund zwölf Gräber betroffen sein. „Es wurden laut meinen Informationen 12 Gräber geöffnet“, bestätigt Bürgermeister Ing. Thomas Sabbata-Valteiner. Die Marktgemeinde Pottendorf ist Eigentümerin der beiden betroffenen Friedhöfe.
Die Polizei ermittelt derzeit wegen Einbruchdiebstahls sowie Störung der Totenruhe. Ob tatsächlich Gegenstände aus den Gräbern entwendet wurden, ist bislang unklar. In vielen Fällen lässt sich das erst feststellen, wenn Angehörige eine Öffnung der betroffenen Grabstätten veranlassen – was mit erheblichen Kosten verbunden ist.
Am Mittwoch, dem 22. April 2026, kam es in Pottendorf zu zwei solchen Öffnungen durch beauftragte Steinmetze. Am Vormittag wurde eine Gruft geöffnet, in der sich drei Blechsärge befanden. Diese waren gewaltsam aufgeschnitten und massiv beschädigt worden. Am Nachmittag wurde eine weitere Gruft geöffnet – dort wurden vier Särge teilweise aufgeschnitten und geöffnet.
Die betroffenen Angehörigen zeigen sich tief erschüttert. Nach der Öffnung der Grabstätten müssen die Verstorbenen exhumiert und umgebettet werden, bevor sie wieder beigesetzt werden können. Die Kosten dafür belaufen sich auf mehrere tausend Euro. Neben der finanziellen Belastung wiegt für viele vor allem die massive Störung der Totenruhe ihrer Angehörigen schwer.
Der Schock sitzt tief, die Dunkelziffer der betroffenen Gräber ist weiterhin unklar. Die Tätergruppe dürfte indes weiterhin aktiv sein. Die Polizei sicherte an den geöffneten Grabstätten Spuren, die Ermittlungen laufen.
