Politik diskutiert über Wirtschaftsförderung

Die Corona-Krise bringt zahlreiche regionale Betriebe in Bedrängnis, jetzt gibt es politische Diskussionen um ein mögliches „Wirtschaftspaket“

In der Corona-Krise kämpfen zahlreiche Unternehmen mit den Folgen durch teilweise Betriebssperren oder massive Einschränkungen. 

„Wir, Die Bürgerliste Ebreichsdorf, haben die Zeit genutzt und analog zu den Maßnahmen der Bundesregierung ein erstes „Schnellhilfepaket“ für unsere Betriebe und unsere Bürger auf kommunaler Ebene erarbeitet“, so Stadtrat René Weiner von der Bürgerliste. 

„Aufgrund unserer finanziellen Lage würden wir im ersten Schritt ein Sonderbudget in der Höhe von135.000 Euro schaffen, welches direkt an unsere Kleinstbetriebe und EPU mit Sitz in Ebreichsdorf und an unsere Bürger ausgeschüttet werden soll. Diese 135.000 Euro basieren auf zwei Säulen“, so die Bürgerliste in einer Aussendung.

„Wir möchten Gewerbetreibenden, die schließen mussten, aber auch unseren Gastronomiebetrieben, die derzeit geringen Einnahmen durch Lieferungen generieren, Gemischtwarenläden, Dienstleistern und anderen regionalen Partnern sofort und in weiterer Folge bei erlaubter Wiederöffnung helfen. Wir fordern ein Gutscheinpaket für alle Ebreichsdorfer Haushalte in der Höhe von 20 Euro.

Diese Gutscheine teilen sich in zwei Sparten auf. Gastronomie u. regionaler Lebensmittelhandel und Dienstleistungsbetriebe u. regionaler Gemischtwarenhandel. Ziel dieser Maßnahme ist, unsere Mitbürger in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen und beim Kauf auf regionale Partner zu achten. Jeder Bürger soll die Möglichkeit haben selbst zu entscheiden, ob er zum Beispiel einen 10 Euro  Warengutschein bei einem Fleischer einlöst oder diesen bei einem

ansässigen Gastronomen. Ein großer Vorteil ist hier, dass nicht nur alle Haushalte profitieren, sondern Bertriebe mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Neukunden gewinnen werden und zum Teil jetzt schon durch die vorgeschlagene Maßnahme mehr Umsätze generieren werden. Diesen Punkt veranschlagen wir mit 120.000 Euro“, so die BL in ihrer Aussendung.

Weiters fordert die Bürgerliste ein Paket für die Fort-u. Weiterbildungskosten.„Zuschuss bei Online Fort‐u. Weiterbildungskosten in der Höhe von 50% des Kursbeitrages max. 250 Euro. Für bis zu drei Personen eines Betriebes einmalig einlösbar. Zum Beispiel gibt es sehr viele WIFI E‐learning Kurse, die im Schnitt 400 Euro kosten. Hier definieren wir die Kosten mit 15.000 Euro“

„Diese Maßnahmen gelten ausschließlich für KMU u. EPU mit Hauptsitz in Ebreichsdorf. Für die Abwicklung der Gutscheine sehen wir einen geringen Aufwand mit nummerierten Gutscheinblöcken. Versand als Beilage der Mai Gemeindezeitung, Abrechnung am Ende eines Monat“, heißt es weiter. 

„Wir haben unseren Vorschlag rechtlich geprüft und da es sich um eine indirekte Gutscheinförderung über unsere Bürger handelt, erhalten Betriebe weiterhin die volle Förderung“, so Stadtrat Josef Rubin. „Die Gemeinde plant nach der Krise zu helfen jedoch sehen wir in unserem Konzept eine schnelle und vor allem sofortige Hilfe“, so der Wirtschaftsstadtrat

Überrascht über den Vorstoß der Bürgerliste zeigt sich Bürgermeister Wolfgang Kocevar (SPÖ). „Ich bin etwas überrascht, weil ich parallel im ständigen Austausch mit dem zuständigen Stadtrat für Wirtschaft, Josef Rubin (BL), bin und wir uns, zumindest hätte ich das so verstanden, darauf verständigt haben, dass wir einen Zweistufenplan umsetzen wollen“, reagiert Kocevar auf den BL-Vorstoß.

Und der Bürgermeister erklärt seinen zwei Stufen Plan: „Stufe 1: Wir machen laufend eine aktuelle Übersicht jener Betriebe, die derzeit trotz Corona Krise ihre Waren zum Verkauf anbieten können. Egal in welcher Form. Bestellung, Abholung, Zustellung, online. Weiters haben Josef Rubin und ich vereinbart, dass wir alle Firmen anschreiben um einen aktuellen Stand zu bekommen, wie es nach Ostern mit ihrem Geschäft weitergeht.“

„Stufe 2: Nach der Corona Krise schauen wir uns jede Ebreichsdorfer Firma im Ausschuss individuell an und machen massgeschneiderte Förderungen auf deren Bedürfnisse. Denn nicht jedem hilft der Erlass des Interessensbeitrages bei der Tourismusabgabe, weil sie z. B. nicht jeder zahlen muss“, so der Plan des Bürgermeisters. 

Dieser warnt vor voreiligen Maßnahmen: „Daher würde ich jetzt von Schnellschüssen und Giesskannenprinzip Abstand nehmen. Wenn wir jetzt Firmen Geld geben könnte es passieren, dass diese dann weniger Förderungen vom Bund bekommen und das hilft niemandem“, so Kocevar. Er betont: „Wir sind uns alle einig, dass wir unseren Firmen helfen wollen, dann sollten wir das auch gemeinsam und gezielt besprechen und entscheiden“. 

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