Rettungsdienststellen vorerst gesichert

Seit 1. Juli 2021 gibt es in Oberwaltersdorf und Landegg keinen Rettungswagen mehr, jetzt könnte sich das teilweise ändern.

Bis vor einem Jahr hatten noch die Gemeinden mit den Rettungsorganisationen einen Rettungsvertrag und zahlten direkt an die jeweilige Organisation einen „Rettungseuro“ entsprechend der Bevölkerungsanzahl. Im letzten Jahr wurde dann die „Rettungslandschaft neu“ ausgehandelt und seither zahlen die Gemeinden ihren Beitrag an das Land Niederösterreich und dieses finanziert mit diesen Beiträgen die Rettungsorganisationen. Das führte auch zu einigen Einsparungen und einer Verringerung der Einsatzfahrzeuge.

Seit 1. Juli 2021 hatte das auch unmittelbare Auswirkungen auf die Gemeinden. In der Region Steinfeld sind seit Juli die beiden Rot Kreuz Dienststellen Landegg und Oberwaltersdorf nicht mehr mit einem Rettungswagen besetzt. Geplant war es auch, ab September die Krankentransportwägen von den beiden Stützpunkten abzuziehen und diese ganz zu schließen. Das Gleichzeitig auch der Rot-Kreuz Stützpunkt in Ebenfurth eingestellt und nach Wiener Neustadt verlegt wurde bedeutete für den Samariterbund Ebreichsdorf einen starken Anstieg der Einsatzzahlen. Über 100 Einsätze pro Monat mussten von den Sanitätern aus Ebreichsdorf mehr abgearbeitet werden.

„Für uns war das ein Umstand, den wir so nicht hinnehmen wollten“, so der Pottendorfer Bürgermeister Ing. Thomas Sabbata-Valteiner (SPÖ). „Wir haben uns daher dafür eingesetzt, dass die beiden Stützpunkte nicht geschlossen werden und so die bestmögliche Versorgung für unsere Gemeinden, aber auch für die gesamte Kleinregion möglich ist“, so die Oberwaltersdorfer Bürgermeisterin Natascha Matousek (ÖVP). Im Rahmen der Kleinregion Ebreichsdorf haben die Bürgermeister der 10 Gemeinden Gespräche mit den Einsatzorganisationen und Notruf 144, von wo die Einsätze in Niederösterreich disponiert werden, geführt. „Es ist uns jetzt gelungen, die Schließung der beiden Stützpunkte vorerst zu stoppen. In Pottendorf wird ab 1. Jänner 2022 täglich wieder ein Rettungswagen von 6 bis 22 Uhr einsatzbereit sein. Darüber hinaus können Freiwillige auch wieder Nachtdienste am Stützpunkt übernehmen“, so Bürgermeister Thomas Sabbata-Valteiner.

„In Oberwaltersdorf wird weiterhin von Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr ein Krankentransportwagen stationiert sein. Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit, dass Freiwillige wieder einen Rettungswagen in Oberwaltersdorf besetzen“, so Bürgermeisterin Natascha Matousek. „Die Rot-Kreuz-Dienststelle in Oberwaltersdorf ist für mich mehr als nur eine Rettungsdienststelle. Sie ist ein wichtiger Ort der Begegnung, wo zum Beispiel zu Weihnachten das Friedenslicht abgeholt werden kann oder andere Veranstaltungen immer stattgefunden haben“, so die Ortschefin. „Bis zur Evaluierung im kommenden Jahr haben wir jetzt mit dem Roten Kreuz die Aufrechterhaltung des Betriebes in dieser Form ausverhandelt. Wir nehmen dafür auch ein Geld in die Hand, um weiterhin die bestmögliche Versorgung der Bevölkerung zu garantieren“, so Matousek.

Das Rote Kreuz bestätigte auf Anfrage der MONATSREVUE den Fortbestand in dieser Form. „Der Grund dafür ist, dass in der Rettungslandschaft neu in Niederösterreich die Dienststelle in Deutsch Brodersdorf, in Oberwaltersdorf und in Landegg nicht mehr vorkommen. Hier wurde von der Landesseite definiert wie viel Rettungen das Land braucht und diese drei Dienststellen sind darin nicht mehr vorgesehen“, so Obmann Gernot Grünwald vom Roten Kreuz Baden. „Wir sind im Rettungsdienst leider schwer Unterfinanziert und müssen daher alle Kosten optimieren. Das heißt, wir können uns ein Gebäude wie in Landegg oder die Miete wie in Oberwaltersdorf nicht mehr leisten. Da sind jetzt dankenswerterweise die Gemeinden eingesprungen und übernehmen dafür die Kosten. Wir selber haben auch kein Interesse uns so zu zentralisieren, dass wir die Leistungen nur mehr auf Baden und Alland konzentrieren, weil wir den Osten des Bezirkes damit für unterversorgt ansehen.“

Regionales Schaufenster
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