Angespannte Parksituation am Bahnhof Ebreichsdorf

Parkplätze überfüllt – Autos weichen auf umliegende Straßen aus

Die Parksituation rund um den Bahnhof Ebreichsdorf bleibt weiterhin angespannt. Sowohl die bestehenden Park-&-Ride-Stellplätze als auch eine vor rund einem halben Jahr zusätzlich geschotterte Fläche neben der Anlage sind derzeit vollständig ausgelastet. Immer häufiger weichen Pendlerinnen und Pendler daher auf umliegende Straßen aus. Besonders betroffen ist unter anderem die Piestingauzufahrt, wo regelmäßig Fahrzeuge entlang der Straße abgestellt werden.

Der Bahnhof Ebreichsdorf ist für viele Menschen aus der Region ein wichtiger Umstiegspunkt für den täglichen Weg nach Wien. Gleichzeitig steigt die Zahl der Bahnpendler weiter an. Nicht zuletzt die zuletzt stark gestiegenen Treibstoffpreise bewegen immer mehr Menschen dazu, vom Auto auf die Bahn umzusteigen.

Die Redaktion der Monatsrevue hat sowohl die Gemeinde Ebreichsdorf als auch die ÖBB um eine Stellungnahme zur aktuellen Situation gebeten. Eine direkte Antwort von Bürgermeister Wolfgang Kocevar liegt bisher noch nicht vor. Laut Informationen wurde die Anfrage der Monatsrevue jedoch an die ÖBB weitergeleitet. Diese hat unsere Anfrage bereits beantwortet. Diese Stellungnahme  wurde inzwischen vom Bürgermeister auch auf Facebook veröffentlicht. 

Seitens der ÖBB wird bestätigt, dass die derzeitige Situation bekannt ist. Als Hauptgrund für die aktuell besonders hohe Auslastung wird auf Bauarbeiten auf der Ostbahn verwiesen. Seit 8. März laufen am Bahnhof Himberg umfangreiche Modernisierungsarbeiten. Diese führen zu Fahrplanänderungen und einem reduzierten Zugangebot vor Ort, wodurch zahlreiche Pendler auf andere Bahnhöfe ausweichen. Laut ÖBB habe dies auch zu einem verstärkten Zustrom zur Park-&-Ride-Anlage in Ebreichsdorf geführt. Diese Bauphase soll noch bis einschließlich 21. Juni 2026 andauern.

Die ÖBB empfehlen Pendlern in diesem Zusammenhang alternative Park-&-Ride-Anlagen, etwa in Hennersdorf oder Achau. Dort seien noch freie Kapazitäten vorhanden und die Fahrzeit nach Wien sei mit jener von Ebreichsdorf aus vergleichbar. Tatsächlich würden viele Pendler dennoch Ebreichsdorf bevorzugen, da der Bahnhof einen besonders dichten Zugtakt und damit viele Verbindungen in Richtung Wien bietet.

Grundsätzlich sei es laut ÖBB jedoch nicht möglich, die Park-&-Ride-Infrastruktur kurzfristig an temporäre Bauphasen anzupassen. Zudem sei Park-&-Ride eine gemeinsame Aufgabe von Gemeinden, Ländern und Bahninfrastrukturbetreibern. Ein weiterer Ausbau der Parkflächen sei nicht immer die beste Lösung, da zusätzliche Parkplätze erfahrungsgemäß auch mehr Autoverkehr aus der Umgebung anziehen würden.

Stattdessen setzen die ÖBB verstärkt auf alternative Mobilitätsangebote. So wurde beim Bahnhof eine Busbucht für das Anrufsammeltaxi der Gemeinde eingerichtet. Zusätzlich wurde die Bike-&-Ride-Anlage erweitert. Aufgrund der flachen Topografie und des gut ausgebauten Radwegenetzes sehen die ÖBB in Ebreichsdorf gute Voraussetzungen, den Bahnhof auch mit dem Fahrrad zu erreichen.

Ein weiteres Thema betrifft den geplanten Ausbau der Park-&-Ride-Anlage mit überdachten Stellplätzen und einer Photovoltaikanlage. Dieser hätte ursprünglich bereits im Herbst beginnen sollen. Laut ÖBB verzögert sich der Baubeginn derzeit jedoch aus genehmigungsrechtlichen Gründen. Sobald die notwendigen Genehmigungen vorliegen, soll die Umsetzung starten. Die Gemeinde und die Nutzerinnen und Nutzer der Anlage sollen rechtzeitig über den neuen Zeitplan informiert werden.

Ganze Stellungnahme der ÖBB: 

„Zunächst halten wir fest, dass uns die Situation am Bahnhof Ebreichsdorf bewusst ist. Seit 8. März laufen auf der benachbarten Ostbahn intensive Arbeiten zur Modernisierung des Bahnhofs Himberg. Dies hat Fahrplanänderungen und eine Ausdünnung des Zugangebots dort zur Folge. Die gute Nachricht zuerst: Diese Bauphase, die den von Ihnen genannten Verlagerungseffekt zur Park&Ride-Anlage nach Ebreichsdorf verursacht, dauert „nur“ bis inklusive 21. Juni 2026. Details dazu finden Sie unter anderem unter diesem Link: Bauarbeiten Ostbahn – ÖBB

 

Dort haben wir unter den „Fakten und Antworten“ auch aufgelistet, welche Alternativrouten es zu den Einschränkungen auf der Ostbahn gibt und dass wir nicht zu einem Ausweichen auf die Park&Ride-Anlage Ebreichsdorf raten, sondern stattdessen Hennersdorf oder Achau empfehlen, weil die Park&Ride-Anlagen dort noch Kapazität haben und die Fahrtzeit nach Wien mit jener von Ebreichsdorf aus konkurrenzfähig ist. Wohin die Fahrgäste dann tatsächlich ausweichen, liegt aber leider nicht in unserem Einflussbereich. Da der Bahnhof Ebreichsdorf den dichtesten Zugtakt und damit die meisten Verbindungen in der nahen Umgebung zu Gramatneusiedl auf einer Alternativstrecke abseits der Ostbahn aufweist, priorisieren Fahrgäste diesen Halt erfahrungsgemäß ungeachtet unserer Empfehlungen.

 

Tatsache ist, dass wir die Park&Ride-Infrastruktur nicht an temporäre Baumaßnahmen anpassen können. Park&Ride auf Bahnhöfen ist eine gemeinsame Aufgabe von Gemeinden, Ländern und ÖBB bzw. anderer Bahninfrastrukturbetreiber wie z.B. der NÖVOG. Gemeinsames Ziel ist es, den Umstieg zwischen Auto und Öffis zu ermöglichen. Die letzten Jahre haben uns gezeigt, dass an gewissen neuralgischen Punkten das Angebot an Park&Ride schlicht nicht ausreicht. Noch mehr Parkplätze zu errichten, ist aber sowohl aus ökologischen Gründen (Bodenversiegelung) und finanziellen Rahmenbedingungen nicht der ideale Weg. Wir wissen aus Erfahrung: Je mehr Parkplätze wir bauen, desto mehr Autos kommen – gerade aus der weiteren und näheren Umgebung mit allen anderen negativen Folgen wie z.B. Durchzugsverkehr.

 

Daher versuchen wir als ÖBB mit Gemeinden über Alternativen zu diskutieren. Es wurde eine Busbucht beim Bahnhof für das Anrufsammeltaxi der Gemeinde Ebreichsdorf errichtet. Auch wurde in Ebreichsdorf die Bike&Ride-Anlage erweitert (Doppelstockständer), da die Gemeinde auf Grund der flachen Topographie und des gut ausgebauten Radweges zum Bahnhof die idealen Voraussetzungen hat, den Bahnhof auch mit dem Rad rasch und unkompliziert zu erreichen.

Regionales Schaufenster
Genuss Atelier
Teile diesen Beitrag:

Beiträge der letzten Wochen: