Historische Gemeinderatssitzung in Ebreichsdorf

50 Jahre Städtepartnerschaft

Eine Premiere im Stadtsaal Ebreichsdorf: Am 11. Oktober 2025 fand dort eine außergewöhnliche und historische Gemeinderatssitzung statt. Der Gemeinderat der Stadtgemeinde Ebreichsdorf tagte gemeinsam mit jenem der Kärntner Partnergemeinde Großkirchheim – ein Ereignis, das anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft abgehalten wurde. Zum ersten Mal überhaupt fand damit eine Gemeinderatssitzung einer Kärntner Gemeinde außerhalb des Bundeslandes Kärnten statt.

Die Bürgermeister Wolfgang Kocevar (Ebreichsdorf) und Peter Suntinger (Großkirchheim) eröffneten die gemeinsame Sitzung und erinnerten im Rahmen eines 20-minütigen Films an die Anfänge der Freundschaft zwischen den beiden Gemeinden.

Der Ursprung dieser besonderen Partnerschaft geht auf das Jahr 1966 zurück, als schwere Unwetter über das Kärntner Mölltal zogen und große Verwüstungen anrichteten. Besonders hart traf es den Ort Döllach in der Großgemeinde Großkirchheim. Der damalige Ebreichsdorfer Feuerwehrkommandant Hans Brandl initiierte daraufhin eine Hilfsaktion, nachdem er vom tragischen Schicksal einer Familie mit fünf Kindern erfahren hatte, von denen zwei in den Fluten ums Leben kamen.

Die Feuerwehr Ebreichsdorf sammelte daraufhin großzügige Spenden – Kleidung, Schuhe, Spielzeug und 200 Kilogramm Zucker – im Gesamtwert von rund 60.000 Schilling sowie 8.000 Schilling in bar. Eine sechsköpfige Abordnung machte sich kurz vor Weihnachten 1966 auf den Weg nach Döllach, um die Hilfsgüter persönlich zu überbringen. Zeitzeugen berichteten im Rahmen der Sitzung von den bewegenden Momenten dieser Begegnung, die zur Grundlage einer tiefen Freundschaft wurde.

1975 wurde die Städtepartnerschaft zwischen Ebreichsdorf und Großkirchheim offiziell besiegelt. Seither verbindet die beiden Gemeinden – insbesondere durch die Feuerwehren Ebreichsdorf und Döllach – eine enge und herzliche Beziehung.

Bürgermeister Wolfgang Kocevar dankte in seiner Ansprache der Partnergemeinde sowie den Feuerwehren für ihr jahrzehntelanges Engagement und die gelebte Freundschaft:
„Diese Partnerschaft zeigt, was Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und menschliche Verbundenheit über Generationen hinweg bewirken können.“

Auch Bürgermeister Peter Suntinger betonte die Bedeutung der Beziehung beider Gemeinden und sprach seinen Dank für die damals geleistete Hilfe und die bis heute bestehende Freundschaft aus.

Nach den festlichen Momenten wurden im Rahmen der Sitzung auch aktuelle Beschlüsse beider Gemeinderäte gefasst. Beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen blieb schließlich viel Zeit, um Erinnerungen auszutauschen und die langjährige Freundschaft weiter zu vertiefen.

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