Winzerportrait: Johanneshof Reinisch

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Seit 1923 wird am Johanneshof Reinisch in Tattendorf Wein angebaut. Derzeit betreiben die drei Brüder Johannes, Christian und Michael Reinisch das Weingut, das zu den 25 besten Weingütern Österreichs zählt. Ich möchte Euch diesmal den Vorzeige-Familienbetrieb vorstellen und habe das Weingut besucht. Im Anhang und in den Sozialen Medien gibt es auch ein Video vom Interview mit Johannes Reinisch!

„Wir bewirtschaften 40 Hektar in der vierten Generation“, erzählt Johannes Reinisch bei unserem Besuch im Johanneshof Reinisch. „Unser Großvater hat 1923 begonnen, in Tattendorf Wein anzubauen. War es früher eine gemischte Landwirtschaft, so hat sich unsere Familie in den 1970er Jahren auf den Weinbau spezialisiert.  Im Jahr 1977 haben wir dann den ersten Landessieger gemacht. Man hat damals gemerkt, dass der Konsument bereit ist, für ein gutes Glas Wein auch etwas auszugeben. Somit hat man dann auch mehr Energie in das Ganze gesteckt“, so Reinisch. 2004 wurde begonnen, den Weinbau auf biologischen Anbau umzustellen, was 2013 abgeschlossen wurde.  „Um eine Region zu repräsentieren, wollten wir auch Weißwein anbauen“, so erklärt Reinisch den Schritt 2006, auch in Gumpoldskirchen Weingärten zu bewirtschaften. „Sankt Laurent und Pinot Noir sind unsere Hauptssorten und machen 50% unserer Produktion aus. Rotgipfler, Zierfandler und Chardonay sind die weiteren Sorten, die wir hauptsächlich anbauen“. Besonders stolz ist der Familienvater, dass auch bereits die nächste Generation ihren ersten Wein abgefüllt hat. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass auch die fünfte Generation unseren Weg weiter geht“, so der Winzer. 

Die großen Leistungen der letzten Jahre kann man an einer Wand im Weingut sehen, wo die vielen Auszeichnungen ausgestellt sind. „Wir werden seit 2018 von der vinaria mit fünf von fünf Kronen ausgezeichnet. Damit zählen wir zu den 25 besten Weingütern in Österreich“. Aber auch zahlreiche internationale Auszeichnungen konnte sich der Johanneshof Reinisch schon holen.  Überhaupt ist der Export ins Ausland für das Weingut ein wichtiger Bestandteil. „Wir exportieren 35% unseres Weines ins Ausland. Das geht von Singapur über China und Russland bis nach Amerika“, so Reinisch der in 20 Länder der Welt Wein liefert. 

Der Betrieb wird von den drei Reinisch-Brüdern geführt. Johannes, der älteste, ist für den Weinkeller, Bruder Christian für den Weingarten und der jüngste, Michael, ist im Büro und für den Verkauf verantwortlich und auch der Geschäftsführer des Unternehmens. „Jeder hat in seinem Bereich die täglichen Aufgaben zu erledigen, wenn es wichtige Entscheidungen zu treffen gibt, dann machen wir das aber immer gemeinsam. Das ist auch das schöne in unserem Familienbetrieb, dass man in jeder Position jemanden hat, auf den man sich verlassen kann. Wenn bei uns zum Beispiel ein Wein abgefüllt werden muss, dann wird er erst dann gefüllt, wenn alle drei damit einverstanden sind. Wir sitzen da oft Tage zusammen und stimmen den Wein ab, bis wir dann gemeinsam diese Entscheidung treffen“, so Johannes Reinisch über die Philosopie des Familienbetriebes. 

Seit 2012 setzt der Betrieb auch auf eigene Stromproduktion mittels Photovoltaikanlage. „Wir produzieren mittlerweile schon 80% des benötigten Strom selbst und können diesen auch speichern. Wir freuen uns daher wenn die Sonne scheint nicht nur, dass es dem Weingarten gut geht, sondern auch darüber, dass wir selbst genug Energie produzieren können“, so der Weinbauer und Unternehmer. 

Die Pandemie hat natürlich auch das Weingut getroffen. „Wir mussten uns umstellen, aber wir sind sehr froh, dass unser Online-Shop sehr gut geht. Ob im In- oder Ausland wird also auch in Zeiten wie diesen gerne daheim ein guter Wein genossen“. Im Export merkt man, welches Land die Lage besser im Griff hat und welches nicht so gut. Je nachdem geht mehr Wein aus Tattendorf in die Länder, die die Pandemie relativ gut im Griff haben. Sehr gut funktioniert auch der Weinkauf7, ein Selbstbedienungscontainer am Marktplatz in Tattendorf, wo es auch Weine aller anderen Winzer aus dem Ort 24 Stunden am Tag gibt. Nicht so gut funktioniert der Verkauf in der Gastronomie. „Wir hoffen aber, dass es im Sommer wieder besser wird und die Gastronomie wieder öffnet“, so der Winzer. 

 

„Genuss ist die schönste Form, das Leben bewusst wahrzunehmen“