Zu Gast im Uhudlerland

Diesen Beitrag teilen:
Share on facebook
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on telegram
Share on email

„Urig, herrlich, ehrlich und rein, so muss der Uhudler sein“. 

Wisst ihr eigentlich was ein Uhudler ist? Natürlich, gehört haben wir die Bezeichnung Uhudler alle schon einmal, doch habt ihr auch schon einen getrunken? Ich bin im Oktober dem Uhudler auf die Spur gegangen und es war eine interessante, kulinarische Entdeckungsreise ins Südburgenland. 

Ich bin eigentlich eher zufällig auf das Südburgenland aufmerksam geworden. Als „Kommissar Rex“-Fan war mir der Schauspieler und Gastronom Martin Weinek (er spielte in der Serie die Rolle des Inspektor Fritz Kunz) natürlich ein Begriff. Als dieser in einer Fernsehdokumentation erzählte, wie es ihn ins Südburgenland verschlagen hatte, war für mich klar, da muss ich hin!

Bei meiner Recherche, was man so in der Gegend um das südburgenländische Hagensdorf machen kann, bin ich auf Heiligenbrunn gestoßen. Dort gibt es das Kellerviertel, ein weitläufiges, historisches und nahezu vollständig erhaltenes Ensemble von Weinkellern aus dem 18. Jahrundert. Die alten Weinkeller sind zum Teil mit Stroh gedeckt und beinhalten meist eine alte Weinpresse. Gennant werden die Weinkeller auch Kellerstöckl und der Wein, der damals wie heute angebaut wurde heißt Uhudler!

Was ist also jetzt eigentlich ein Uhudler?

Der Uhudler ist eine aus Direkt-Sorten gekelterter Wein aus dem Südburgenland. Das unverwechselbare Bukett des Uhudlers ist äußerst intensiv und erinnert an Waldbeeren. In den meisten Fällen handelt es sich um einen Sortenverschnitt aus Concord, Ripptella (rot) Elvira, Delaware (weiß). Zu dem Namen Uhudler kam es laut mündlichen Überlieferungen daher, dass die Legende erzählt, dass die Weinbauern nach dem übermäßigem Genuss des Uhudlers in ihren Kellern von den Frauen mit den Worten „Du siehst aus wie ein Uhu“ begrüßt wurden. 

Eine andere Geschichte besagt, dass der Name von einem Tongefäss, dem Udler“ (eine Art Plutzer mit zwei Löchern) stammt. Ein Loch war zum Trinken da, das andere um Luft nachströmen zu lassen. Die aus Amerika eingeführte Sorte geht übrigens auf das Jahr 1860 zurück, als in Österreich die Reblaus eingefallen ist und beinahe alle anderen Weinsorten vernichtet hatte. Nur der Uhudler konnte gegen die Reblaus bestehen. Umso unverständlicher ist es, dass sogar in der EU über ein Verbot des Uhudlers diskutiert wurde. 

Kellerstöckl in Heiligenbrunn

Der Besuch im Kellerviertel von Heiligenbrunn zahlt sich in jedem Fall aus. Bei einem Spaziergang durch das Viertel kann man auch bei dem einen oder anderen Winzer gleich vor Ort den Uhudler verkosten. Egal ob weiß oder Rot, Uhudlerlikör oder der Traubensaft vom Uhudler, es ist allemal ein besonderes Geschmackserlebnis. Wenn man dann noch das Glück hat, dass ein alt eingesessener Winzer ein wenig mehr über die Tradition und die Entstehung des Kellerviertels erzählt, kann es sein, dass man schnell die Zeit vergisst und hoffentlich am Ende nicht dreinschaut wie ein Uhu. 

Weineks Schenkhaus 

Aber wieder zurück, warum ich eigentlich hier gelandet bin. Genau wegen Kommissar Rex, oder besser gesagt wegen Inspektor Kunz. In der Serie hatte der schrullige Kommissar eine große Vorliebe für Wurstsemmeln. In Wirklichkeit hat der gebürtige Steirer Martin Weinek aber eine Vorliebe für regional bodenständige und ehrliche Küche. Der Schauspieler ist vor einigen Jahren gemeinsam mit seiner Frau Eva, einer Dramaturgin, gemeinsam hier ins Südburgenland gezogen. Vom Hobbywinzer hat er sich zum Gastgeber in „Weineks Schenkhaus“ entwickelt. 

Das Schenkhaus steht in der Hügeligen Landschaft des Südburgenlands und wurde von Weinek neu errichtet. Daneben stehen zwei Kellerstöckl, welche auch als Ferienwohnungen vermietet werden. In der Buschenschank (Ausgesteckt Termine beachten!) werden selbstverständlich nicht nur Uhudler sondern auch eine Vielzahl an anderen eigenen Weinen serviert. Kulinarisch geht es bodenständig, mit regionalen Produkten zu, die allesamt mit großem kulinarischen Handwerk zubereitet werden. Egal ob der Käferbohnensalat mit Grammeln oder Käse (4,90 Euro) oder die Südburgenländischen Tapas die es gemischt oder vegetarisch gibt (10 Euro), überzeugt wird mit ausgezeichneten Grundprodukten und einer Zubereitung mit viel Geschmack und Liebe. Auch das Butterschnitzerl vom Rehkalb mit Salat oder der Topfenstrudel (oder sollte man besser sagen das Topfensoufflet) mit Vanillesauce überzeugten mit Geschmack und einem fairen Preis/Leistungsverhältnis. 

Zugegeben, beim nächsten Mal werde ich in Erwägung ziehen, mich auch in einem Kellerstöckel einzumieten. Denn der Uhudler hat es mir schon ein wenig angetan!

Wienekes Schenkhaus
Prostrumer Weinberg 53 
7521 Kulm im Burgenland
Tel: 03324 20082 
www.weinek-wein.at
„Genuss ist die schönste Form, das Leben bewusst wahrzunehmen“