Bilanz einer Nacht: Vier Hausdurchsuchungen und ein verhinderter Einbruch

Großeinsatz der Polizei sorgte in Ebreichsdorf für Aufsehen

Die Nacht von Montag auf Dienstag hatte es für die Polizeikräfte in Ebreichsdorf in sich. Mehrere aufgebrochene Türen, eine eingeschlagene Terrassentür und ein vereitelter Einbruchsversuch bei einem Juwelier prägten einen Einsatz, der für viele Bewohner unvergessen bleiben dürfte.

Alles begann am Montag gegen 19 Uhr mit einem Notruf. Ein Anrufer meldete eine gefährliche Drohung mit einer Schusswaffe. Daraufhin formierten sich umfangreiche Polizeikräfte im Stadtgebiet. Neben zahlreichen uniformierten Beamten standen zivile Kriminalisten, Spezialkräfte mit Drohnen sowie die Schnelle Interventionsgruppe (SIG) im Einsatz.

Während vier Objekte in Ebreichsdorf und Unterwaltersdorf über Stunden von zivilen Kräften observiert wurden, erfolgten zeitgleich die Zugriffe. In der Wiener Straße wurde zunächst gewaltsam eine Wohnungstür geöffnet, das Objekt gesichert und anschließend von Kriminalbeamten durchsucht.

Kurz darauf rückten die schwer bewaffneten Spezialkräfte – ausgerüstet mit Helmen, Schutzwesten und Maschinenpistolen – zu einem Einfamilienhaus in einem Siedlungsgebiet aus. Dort wurde eine Terrassentür eingeschlagen, ehe die Beamten unter dem Ruf „Polizei, Polizei!“ das Gebäude stürmten und sicherten.

Kurz vor Mitternacht nahm der ohnehin laufende Einsatz eine unerwartete Wendung. Vor einem Juweliergeschäft in der Wiener Straße, nur rund hundert Meter vom ersten Zugriff entfernt, hielt sich ein verdächtiger Mann auf. Bekleidet mit Jeans, weißen Turnschuhen, schwarzer Jacke, Haube und einem Schal bis auf die Augen vermummt, verschaffte er sich einen Überblick über die Auslage und begab sich zum Eingang des Geschäfts. Dabei löste er einen internen Alarm aus.

Der Juwelier reagierte umgehend. „Ich habe mich in diesem Moment dazu entschlossen, einen Alarm auszulösen und über Lautsprecher eine Ansage mit ‚Vorsicht Polizei‘ ertönen zu lassen“, schilderte er. Der Verdächtige ergriff daraufhin die Flucht. Passanten, denen der Mann bereits zuvor aufgefallen war, nahmen die Verfolgung auf während der Juwelier die Polizei verständigte.

Da der Großeinsatz noch im Gange war, trafen binnen weniger Minuten zahlreiche zivile und uniformierte Kräfte sowie die SIG am Tatort ein. Unter anderem wurde der Innenhof einer nahegelegenen Bank durchsucht, nachdem Zeugen Hinweise auf den Fluchtweg gegeben hatten. Trotz intensiver Fahndung blieb der Verdächtige verschwunden.

Für die Einsatzkräfte war die Nacht damit noch nicht beendet. Zwei weitere Objekte – eines in Unterwaltersdorf sowie ein weiteres in derselben Siedlung wie der vorangegangene Zugriff in Ebreichsdorf – wurden gestürmt und durchsucht.

Wie eine Tageszeitung berichtete, sollen auch Drogen eine Rolle gespielt haben. Bei den Verdächtigen dürfte es sich um Jugendliche beziehungsweise junge Männer handeln. Bei der sichergestellten Waffe handelte es sich glücklicherweise lediglich um eine Schreckschusspistole.

Weitere Details zu den Hintergründen sind derzeit nicht bekannt. Die Polizei verweist auf laufende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt, die nach der Anzeige die umfangreichen Maßnahmen angeordnet hatte. Für Ebreichsdorf bleibt es eine Nacht, die viele so schnell nicht vergessen werden.

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